Mit einer speziellen Software erbeuteten Gauner 220.000 € – auf Basis
computergesteuerter Sprachmanipulation! Die Stimme am Telefon klang so natürlich – und doch war es eine Computerstimme, hinter der Betrüger einem britischen Geschäftsführer 220.000 € entlockten. Der Versicherer erstattete den Betrag im Rahmen seiner Vertrauensschadenversicherung und warnt nun vor manipulierten Stimmen aus dem Rechner. Die Betrüger nutzten für den Betrug die Software „Lyrebird“, wie die Auswertung des Versicherers ergab. „Lyrebird“ ist ein Programm, mit dem menschliche Stimmen aufgenommen und auf Basis des aufgenommenen Materials synthetisiert werden können. Die Kriminellen verfügten also über Audiomaterial der Stimme des Chefs und konnten diese mithilfe des Materials fälschen! Das Programm klang dadurch wie die reale Person. Die Betrüger tippten dann nur noch ein, was der „Chef“ sagen sollte. Das Opfer fiel herein.

Solche Betrugsfälle werden als „Fake President“ – Masche bezeichnet. Die Betrüger nutzen die Stimme eines Vorgesetzten, in der Regel um vermeintlich dringende Überweisungen anzuordnen.

So auch in diesem Fall:
Der Computer gab sich als Chef der deutschen Muttergesellschaft aus. Dieser habe den britischen Geschäftsführer gebeten, wegen des nahenden Wochenendes eiligst 220.000 € an einen ungarischen Lieferanten zu überweisen, um einen Säumniszuschlag zu vermeiden. Als zusätzlichen Vertrauensbeweis versandten die Kriminellen obendrein eine Mail vom Konto des Opfers. Der Betrug fiel zu spät auf.

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